Unternehmenssteuerung bezeichnet alle Prozesse, mit denen Unternehmen ihre Ziele planen, überwachen und gezielt steuern. Im Mittelpunkt stehen dabei finanzielle Prognosen, Budgets und Controlling-Instrumente, die helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen und Risiken frühzeitig zu erkennen.
In der Praxis bedeutet Unternehmenssteuerung nicht, Zahlen rückblickend zu analysieren, sondern vorausschauend zu handeln. Unternehmen, die ihre Planung systematisch aufbauen, können schneller reagieren, ihre Ressourcen besser einsetzen und langfristig stabil wachsen.
Warum Prognosen für die Unternehmenssteuerung zentral sind
Ein zentrales Element der Unternehmenssteuerung ist die Arbeit mit Prognosen. Dabei werden in der Regel drei Planungshorizonte unterschieden: langfristig, mittelfristig und kurzfristig. Jeder dieser Horizonte erfüllt eine eigene Funktion und liefert unterschiedliche Entscheidungsgrundlagen.
Langfristige Prognosen: strategische Orientierung
Langfristige Prognosen dienen der strategischen Unternehmenssteuerung. Sie erstrecken sich meist über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren und geben eine Richtung vor, ohne sich auf detaillierte Zahlen zu stützen.
In der Praxis basieren solche Prognosen auf:
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einer internen Analyse des Unternehmens (Strukturen, Kompetenzen, Organisation),
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sowie einer Einschätzung des externen Umfelds (Markt, Wirtschaft, politische Rahmenbedingungen).
Diese strategische Planung hilft der Geschäftsleitung zu beurteilen, welche Entwicklungen realistisch sind und in welche Richtung sich das Unternehmen langfristig bewegen soll. Auf dieser Basis werden anschliessend konkrete operative Massnahmen geprüft.
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Mittelfristige Prognosen: Umsetzung der Strategie
Die mittelfristige Planung bildet die Brücke zwischen Strategie und operativem Alltag. Sie umfasst in der Regel zwei bis vier Jahre und konkretisiert die strategischen Ziele in messbare Vorgaben.
Hier kommen Budgetpläne zum Einsatz, mit denen Unternehmen:
Um realistisch zu bleiben, wird diese Planung regelmässig überprüft und jährlich angepasst. Gerade in dynamischen Märkten ist diese Flexibilität ein entscheidender Faktor für eine wirksame Unternehmenssteuerung.
Kurzfristige Prognosen: operative Steuerung und Kontrolle
Kurzfristige Prognosen beziehen sich meist auf ein Geschäftsjahr. In dieser Phase zeigt sich, ob die gesetzten Ziele erreichbar sind oder angepasst werden müssen.
Mithilfe von Kostenrechnung, Kennzahlen und Dashboards überprüfen Unternehmen laufend ihre Entwicklung. Werden Abweichungen früh erkannt, können Verantwortliche zeitnah reagieren und gezielte Massnahmen einleiten. Genau hier zeigt sich der praktische Nutzen der Unternehmenssteuerung im Alltag.
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Controlling-Instrumente als Basis der Unternehmenssteuerung
Eine funktionierende Unternehmenssteuerung setzt geeignete Controlling-Instrumente voraus. Zentrales Element ist das Budgetmanagement, das Einnahmen und Ausgaben systematisch gegenüberstellt.
In der Praxis gliedert sich das Budget häufig in mehrere Teilpläne, darunter:
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Umsatzplanung,
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Vertriebskostenplanung,
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Beschaffungsplanung,
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Produktionsplanung.
Diese Teilpläne sind eng miteinander verknüpft und ermöglichen eine ganzheitliche Steuerung der Unternehmensaktivitäten.
Umsatz- und Kostenplanung in der Praxis
Der Umsatz eines Unternehmens hängt nicht nur von der eigenen Geschäftspolitik ab, sondern auch von externen Faktoren wie Wettbewerb oder Konjunktur. Entsprechend basiert eine realistische Umsatzplanung auf Marktanalysen, Zielsetzungen und Erfahrungswerten.
Für die operative Steuerung wird die Jahresplanung meist auf kürzere Zeiträume (Quartal, Monat) und auf Regionen oder Produktgruppen heruntergebrochen. So lassen sich Entwicklungen genauer beobachten und Kosten gezielt steuern.
Ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenssteuerung ist zudem die klare Trennung von fixen und variablen Kosten, da diese unterschiedlich auf Umsatzschwankungen reagieren.
Produktions-, Beschaffungs- und Investitionsplanung
Neben Umsatz und Kosten spielen auch Produktions- und Beschaffungsprozesse eine zentrale Rolle. Eine gut abgestimmte Planung sorgt dafür, dass Materialien rechtzeitig verfügbar sind, Lagerbestände kontrolliert bleiben und Produktionskapazitäten effizient genutzt werden.
Investitionen werden im Rahmen der Unternehmenssteuerung sorgfältig geprüft. Neben wirtschaftlichen Aspekten fliessen auch organisatorische, rechtliche und steuerliche Überlegungen ein. Grundlage jeder Investitionsentscheidung ist dabei eine solide Finanz- und Liquiditätsplanung.
Fachwissen als Grundlage wirksamer Unternehmenssteuerung
Unternehmenssteuerung erfordert mehr als betriebswirtschaftliche Theorie. In der Praxis müssen Zahlen korrekt erfasst, interpretiert und in Entscheidungen übersetzt werden. Dafür sind fundierte Kenntnisse im Rechnungswesen, Controlling und Finanzmanagement unerlässlich.
Viele dieser Kompetenzen werden im Berufsalltag aufgebaut, lassen sich jedoch durch gezielte Weiterbildungen deutlich vertiefen. Gerade für Fachpersonen im Rechnungswesen oder Controlling ist dieses Wissen entscheidend, um Verantwortung in der Unternehmenssteuerung zu übernehmen.
Weiterbildung und Praxisbezug
Praxisorientierte Weiterbildungen im Finanz- und Rechnungswesen vermitteln genau jene Fähigkeiten, die für eine professionelle Unternehmenssteuerung benötigt werden: von der Budgetierung über die Kostenrechnung bis hin zur Analyse von Kennzahlen.
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