Cashflow Prognose: Liquidität frühzeitig planen und Engpässe vermeiden
Eine Cashflow Prognose ist ein zentrales Instrument der Finanzplanung. Sie zeigt, wann Geld ins Unternehmen hinein- und wieder hinausfließt, und ermöglicht es, die Liquidität über einen definierten Zeitraum realistisch einzuschätzen.
Im Gegensatz zur Erfolgsrechnung, die Erträge und Aufwände abbildet, konzentriert sich die Cashflow Prognose ausschließlich auf tatsächliche Zahlungsein- und -ausgänge.
Gerade für Gründer, KMU und Selbstständige ist eine saubere Cashflow Prognose entscheidend, da viele Unternehmensinsolvenzen nicht an fehlender Rentabilität, sondern an Liquiditätsengpässen scheitern.
Wie funktioniert eine Cashflow Prognose?
Um eine Cashflow Prognose zu erstellen, wird zunächst ein klarer Zeitraum festgelegt, zum Beispiel ein Monat, ein Quartal oder ein ganzes Jahr. In der Praxis ist eine monatliche Cashflow Prognose über 12 Monate besonders verbreitet.
Die Prognose ist in zwei Hauptbereiche unterteilt:
1. Zahlungseingänge
Hier werden alle erwarteten Einnahmen erfasst, zum Beispiel:
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Umsätze aus Verkäufen oder Dienstleistungen
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Kundenzahlungen (nach Zahlungsziel)
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Subventionen oder Fördergelder
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Rückerstattungen oder sonstige Einzahlungen
Beispiel: Sie erwarten im Januar Kundenzahlungen in Höhe von CHF 10’000. Dieser Betrag wird als Zahlungseingang für den entsprechenden Monat erfasst.
2. Zahlungsausgänge
Im zweiten Schritt werden alle voraussichtlichen Ausgaben eingetragen, etwa:
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Löhne und Sozialabgaben
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Miete, Leasing, Versicherungen
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Buchhaltungs- und Treuhandkosten
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Marketing- und Werbekosten
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Steuern und Abgaben
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Material- und direkte Kosten
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Bankgebühren, Telefon, Internet
Wichtig ist dabei, nur tatsächliche Zahlungen zu berücksichtigen – Abschreibungen oder Rückstellungen gehören nicht in die Cashflow Prognose.
Cashflow berechnen: So entsteht der Liquiditätsverlauf
Sobald alle Ein- und Auszahlungen erfasst sind, wird der Cashflow berechnet:
Cashflow = Zahlungseingänge – Zahlungsausgänge
Anschließend wird der Eröffnungsbanksaldo des Monats hinzugefügt. Dieser entspricht dem Kontostand zu Beginn des Zeitraums.
Dieser Abschlusssaldo wird wiederum zum Eröffnungssaldo des Folgemonats. Auf diese Weise entsteht ein fortlaufender Liquiditätsverlauf über den gesamten Prognosezeitraum.
Warum ist eine Cashflow Prognose so wichtig?
Eine gut strukturierte Cashflow Prognose hilft dabei:
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Liquiditätsengpässe frühzeitig zu erkennen
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Zahlungsfähigkeit jederzeit sicherzustellen
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Investitionen realistisch zu planen
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Kredit- oder Finanzierungsbedarf rechtzeitig zu identifizieren
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fundierte unternehmerische Entscheidungen zu treffen
Gerade in Wachstumsphasen oder bei saisonalen Schwankungen ist die Cashflow Prognose ein unverzichtbares Steuerungsinstrument.
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wie Cashflow Prognosen aufgebaut und interpretiert werden
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wie Liquiditätsplanung in die Buchhaltung integriert wird
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wie Finanzkennzahlen für Unternehmer und Führungskräfte genutzt werden
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wie Sie typische Fehler in der Liquiditätsplanung vermeiden
Die Inhalte sind speziell auf die Praxis in Schweizer Unternehmen ausgerichtet und eignen sich sowohl für Einsteiger als auch für angehende Fachpersonen im Finanz- und Rechnungswesen.