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Kontenabstimmung: Wie funktioniert die Kontenabstimmung?

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Kontenabstimmung: Wie funktioniert die Kontenabstimmung?

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Was ist eine Kontenabstimmung?

Die Kontenabstimmung (englisch: reconciliation) ist ein zentraler Prozess in der Buchhaltung. Sie besteht darin, zwei voneinander unabhängige Datenquellen miteinander zu vergleichen, um sicherzustellen, dass die verbuchten Beträge korrekt, vollständig und nachvollziehbar sind.

In der Praxis bedeutet dies meist, dass externe Belege (z. B. Bankauszüge, Abrechnungen, Steuerbelege) mit den internen Buchhaltungskonten abgeglichen werden. Ziel ist es, Abweichungen frühzeitig zu erkennen, Fehler zu korrigieren und die finanzielle Realität korrekt abzubilden.

Vereinfacht ausgedrückt bestätigt die Kontenabstimmung, ob ein in der Buchhaltung verbuchter Betrag tatsächlich der wirtschaftlichen Realität entspricht.

Kontenabstimmung einfach erklärt – ein Alltagsbeispiel

Mathieu zum Beispiel, der ein gewissenhafter Mann ist, bewahrt alle seine Quittungen auf und möchte sichergehen, dass sein Haushaltsgeld sicher an die richtige Stelle überwiesen wird. Er vergleicht den Kontoauszug seines Girokontos mit den Rechnungen, die er aufbewahrt hat.

Nach sorgfältiger Prüfung jeder Transaktion bemerkt er eine Diskrepanz zwischen einer Restaurantrechnung und einem Eintrag auf seinem Kontoauszug: Ihm wurde dieselbe Mahlzeit zweimal belastet.

Mathieu kontaktiert zunächst seine Bank, um die Doppelbelastung zu bestätigen, und wendet sich anschliessend an das Restaurant. Nach Vorlage der Rechnung erhält er eine Rückerstattung – und sogar eine Einladung zu einer weiteren Mahlzeit.

Dieses einfache Beispiel zeigt genau, was Kontenabstimmung bedeutet: Abweichungen erkennen, belegen und korrigieren.

Die Bankabstimmung als wichtigste Form der Kontenabstimmung

Eine der häufigsten und wichtigsten Formen der Kontenabstimmung in Unternehmen ist die Bankabstimmung.

Dabei wird der von der Bank ausgestellte Kontoauszug zu einem bestimmten Stichtag (z. B. 31. Dezember) mit dem entsprechenden Bankkonto in der Buchhaltung verglichen. Ziel ist es sicherzustellen, dass:

  • alle Zahlungseingänge erfasst wurden

  • alle Ausgänge korrekt verbucht sind

  • keine Buchungsfehler oder Doppelbuchungen vorliegen

Die Bankabstimmung ist ein fester Bestandteil der Monats- und Jahresabschlüsse und gehört zu den Kernaufgaben jeder Buchhalterin und jedes Buchhalters.

Weitere Arten der Kontenabstimmung in der Praxis

Neben der Bankabstimmung gibt es in der Buchhaltung weitere wichtige Formen der Kontenabstimmung, darunter:

  • Debitorenabstimmung: Abgleich offener Kundenforderungen mit Nebenbüchern

  • Kreditorenabstimmung: Kontrolle der Lieferantenverbindlichkeiten

  • MwSt.-Abstimmung: Vergleich der verbuchten Umsätze und Vorsteuern mit den eingereichten MWST-Abrechnungen

  • Abstimmung von Durchlauf- und Übergangskonten: Sicherstellung, dass temporäre Buchungen korrekt aufgelöst wurden

Diese Abstimmungen sind besonders wichtig im Hinblick auf Revisionen, Steuerprüfungen und Jahresabschlüsse.

Warum ist die Kontenabstimmung so wichtig?

Die Kontenabstimmung erfüllt mehrere zentrale Funktionen:

  • Fehlerprävention: Buchungsfehler werden frühzeitig erkannt

  • Betrugserkennung: Unregelmässigkeiten oder Manipulationen können aufgedeckt werden

  • Rechtssicherheit: Abschlüsse entsprechen den gesetzlichen Anforderungen

  • Zuverlässige Entscheidungsgrundlagen: Zahlen spiegeln die tatsächliche finanzielle Lage wider

Unternehmen, die ihre Konten regelmässig abstimmen, reduzieren das Risiko von Korrekturen bei Prüfungen durch Steuerbehörden oder Revisionsstellen erheblich.

Kontenabstimmung und moderne Buchhaltungssoftware

Heute nutzen die meisten Unternehmen Buchhaltungssoftware, die den Abstimmungsprozess unterstützt oder teilweise automatisiert. Trotz technischer Hilfsmittel bleibt jedoch fachliches Verständnis entscheidend:

  • Nicht jede Abweichung ist ein Fehler

  • Buchhalter müssen Ursachen analysieren können

  • Entscheidungen erfordern buchhalterisches und steuerliches Know-how

Die Kontenabstimmung ist daher nicht nur ein technischer Vorgang, sondern eine zentrale Kompetenz im Rechnungswesen.

Kontenabstimmung lernen – eine Schlüsselkompetenz in der Buchhaltung

Die Fähigkeit, Konten korrekt abzustimmen, gehört zu den grundlegenden Fähigkeiten jeder Person, die im Finanz- und Rechnungswesen tätig ist. Sie wird sowohl im operativen Tagesgeschäft als auch bei Abschlüssen und Prüfungen vorausgesetzt.

In strukturierten Buchhaltungs- und Rechnungswesen-Ausbildungen – wie jenen von BetterStudy – ist die Kontenabstimmung deshalb ein fester Bestandteil der Lerninhalte. Sie verbindet Theorie mit Praxis und stärkt das professionelle Urteilsvermögen im Umgang mit Zahlen.

Kurzfazit

Die Kontenabstimmung ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer sauberen, transparenten und gesetzeskonformen Buchhaltung. Sie schafft Vertrauen in Zahlen, schützt vor Fehlern und bildet die Grundlage für fundierte unternehmerische Entscheidungen.

FAQ – Kontenabstimmung

Was bedeutet Kontenabstimmung in der Buchhaltung?

Die Kontenabstimmung bezeichnet den systematischen Abgleich von Buchhaltungskonten mit externen oder unabhängigen Belegen (z. B. Bankauszügen, MWST-Abrechnungen, Debitorenlisten). Ziel ist es sicherzustellen, dass die verbuchten Zahlen korrekt, vollständig und nachvollziehbar sind.

Welche Konten müssen regelmässig abgestimmt werden?

In der Praxis werden insbesondere folgende Konten abgestimmt:

  • Bank- und Postkonten

  • Debitoren- und Kreditorenkonten

  • MWST-Konten

  • Durchlauf- und Übergangskonten

  • Kassenkonten

Je nach Unternehmensgrösse und Komplexität können weitere Konten hinzukommen.

Wie oft sollte eine Kontenabstimmung durchgeführt werden?

Idealerweise erfolgt die Kontenabstimmung monatlich. Spätestens zum Jahresabschluss ist sie zwingend erforderlich. Bei MWST-pflichtigen Unternehmen ist zudem eine regelmässige Abstimmung im Zusammenhang mit den MWST-Abrechnungen besonders wichtig.

Ist die Kontenabstimmung gesetzlich vorgeschrieben?

Das Gesetz schreibt die Kontenabstimmung nicht explizit als einzelnen Schritt vor. Sie ist jedoch indirekt zwingend, da Unternehmen verpflichtet sind, eine ordnungsgemässe, vollständige und nachvollziehbare Buchhaltung zu führen. Ohne Kontenabstimmung lassen sich diese Anforderungen in der Praxis nicht erfüllen.

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Christophe Rieder
Christophe Rieder ist Inhaber des Master of Science HES-SO in Betriebswirtschaftslehre der HEG-Freiburg und des eidgenössischen Lehrerdiploms. Er ist Gründer und Leiter des Online-Berufsbildungsinstituts BetterStudy. Christophe ist außerdem Dozent für Unternehmensführung an der Business School des Staates Genf. Bevor er sich im Ausbildungsbereich neu orientierte, arbeitete Christophe vier Jahre lang in der Vermögensverwaltung in Genf. In seiner Freizeit spielt Christophe Gitarre und Schach, außerdem geht er gerne aus und reist.

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