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Buchungssätze üben: Anleitung & Beispiele (KMU)

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Buchungssätze üben: Anleitung & Beispiele (KMU)

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Buchungssätze üben ist der schnellste Weg, um Buchhaltung wirklich zu verstehen. Wer die Soll/Haben-Logik einmal verinnerlicht hat, verliert die Angst vor dem Journal und arbeitet in der Prüfung deutlich schneller. In diesem Beitrag zeigen wir dir eine klare Schritt-für-Schritt-Methode, mit der du zu jedem Geschäftsfall den richtigen Buchungssatz herleitest. Du bekommst nachvollziehbare Beispiele mit Kontonummern aus dem KMU-Kontenrahmen, ein Beispiel mit MWST zum Normalsatz von 8,1 Prozent und eine Liste der Fehler, die Einsteiger immer wieder machen. Am Ende weisst du nicht nur, wie ein Buchungssatz aufgebaut ist, sondern auch, wie du systematisch trainierst, bis es sitzt.

Warum solltest du Buchungssätze überhaupt üben?

Buchhaltung ist wie eine Sprache: Du lernst sie nicht durch Zuschauen, sondern durch aktives Anwenden. Ein Buchungssatz ist die kleinste Einheit dieser Sprache. Er beschreibt, welches Konto belastet (Soll) und welches Konto gutgeschrieben (Haben) wird. Sobald du hunderte Buchungssätze selbst gebildet hast, erkennst du Muster und musst nicht mehr bei jedem Geschäftsfall neu überlegen.

Gerade in der Schweiz ist die doppelte Buchführung nach Obligationenrecht (OR) für die meisten Unternehmen Pflicht. Wer eine Ausbildung im Rechnungswesen absolviert oder sich auf eine Prüfung vorbereitet, kommt am Training der Buchungssätze nicht vorbei. Falls du dir zuerst einen Überblick verschaffen willst, hilft dir unser Beitrag Was ist Buchhaltung?, um die Grundidee einzuordnen. Danach macht das Üben deutlich mehr Sinn, weil du weisst, wozu das Ganze dient.

Der grosse Vorteil beim Üben: Du machst Fehler in einer sicheren Umgebung. In der Praxis kostet ein falscher Buchungssatz Zeit und im schlimmsten Fall einen falschen Abschluss. Beim Training darfst du dich irren, korrigieren und daraus lernen. Genau deshalb ist Wiederholung so wichtig.

Dazu kommt ein oft unterschätzter Effekt: Wer Buchungssätze sicher beherrscht, versteht auch Bilanz und Erfolgsrechnung viel besser. Jede Position im Abschluss ist letztlich das Ergebnis vieler einzelner Buchungen. Wenn du weisst, wie diese Buchungen entstehen, kannst du einen Abschluss lesen, prüfen und plausibilisieren. Das Üben zahlt sich also nicht nur in der Prüfung aus, sondern begleitet dich durch den gesamten Berufsalltag im Rechnungswesen.

Wie funktioniert die Soll/Haben-Logik?

Jedes Konto hat zwei Seiten: links steht das Soll, rechts das Haben. Ob eine Buchung ins Soll oder ins Haben gehört, hängt vom Kontotyp ab. Es gibt vier grosse Gruppen: Aktiven, Passiven, Aufwand und Ertrag. Merke dir die Grundregel, dann kannst du jeden Buchungssatz herleiten.

Aktivkonten (zum Beispiel Kasse, Bank, Warenvorrat, Maschinen) nehmen im Soll zu und im Haben ab. Passivkonten (zum Beispiel Kreditoren, Bankdarlehen, Eigenkapital) verhalten sich spiegelbildlich: Sie nehmen im Haben zu und im Soll ab. Aufwandkonten werden im Soll grösser, Ertragskonten im Haben. Diese vier Regeln sind das Fundament, auf dem alles aufbaut.

Kontotyp Zunahme Abnahme Beispielkonten (KMU)
Aktiven Soll Haben 1000 Kasse, 1020 Bank, 1200 Warenvorrat
Passiven Haben Soll 2000 Kreditoren, 2451 Bankdarlehen, 2800 Eigenkapital
Aufwand Soll Haben 4200 Warenaufwand, 6000 Raumaufwand, 5000 Lohnaufwand
Ertrag Haben Soll 3200 Warenertrag, 3400 Dienstleistungsertrag

Wichtig ist auch die goldene Grundregel der doppelten Buchhaltung: Soll und Haben müssen immer denselben Betrag aufweisen. Jede Buchung hat also mindestens ein Konto im Soll und mindestens ein Konto im Haben, und die Summe beider Seiten ist identisch. Wenn deine Bilanz am Ende nicht aufgeht, liegt fast immer ein verletzter Buchungssatz vor. Mehr Hintergrund dazu findest du in unserem Beitrag zu den allgemeinen Buchhaltungsgrundsätzen.

Welche Schritt-für-Schritt-Methode hilft beim Herleiten?

Statt zu raten, arbeitest du am besten mit einer festen Reihenfolge. Diese Methode funktioniert bei jedem Geschäftsfall, egal wie kompliziert er wirkt. Nimm dir für jeden Buchungssatz kurz Zeit und gehe die folgenden Fragen der Reihe nach durch.

  1. Welche zwei Konten sind betroffen? Lies den Geschäftsfall genau und identifiziere die beteiligten Konten. Meist sind es genau zwei, manchmal mehr.
  2. Zu welchem Kontotyp gehören sie? Ordne jedes Konto den Gruppen Aktiven, Passiven, Aufwand oder Ertrag zu.
  3. Nehmen die Konten zu oder ab? Frage dich, ob der Bestand des jeweiligen Kontos durch den Geschäftsfall grösser oder kleiner wird.
  4. Soll oder Haben? Wende die Grundregeln aus der Tabelle an, um Zunahme und Abnahme auf Soll und Haben zu übersetzen.
  5. Betrag prüfen. Kontrolliere, ob Soll und Haben denselben Betrag zeigen. Erst dann ist der Buchungssatz vollständig.

Sprich die Buchung ruhig laut aus, zum Beispiel: Kasse an Warenertrag. Das Wörtchen «an» trennt immer Soll (davor) von Haben (danach). Diese kleine Sprechhilfe verhindert, dass du die Seiten verwechselst.

Wie sieht ein einfaches Übungsbeispiel aus?

Nehmen wir einen Klassiker: Ein Unternehmen kauft Büromaterial für 300 Franken und bezahlt bar. Wir gehen die fünf Schritte durch. Betroffen sind die Konten Kasse (1000) und Verwaltungsaufwand beziehungsweise Büromaterial (6500). Die Kasse ist ein Aktivkonto und nimmt ab, weil Geld herausfliesst. Das Aufwandkonto nimmt zu, weil Kosten entstehen. Aktiven nehmen im Haben ab, Aufwand nimmt im Soll zu. Daraus ergibt sich der Buchungssatz.

Soll Haben Betrag (CHF)
6500 Büromaterial (Aufwand) 1000 Kasse (Aktiven) 300.00

Gesprochen: Büromaterial an Kasse 300. Ein zweites Beispiel: Ein Kunde bezahlt eine offene Rechnung von 1’500 Franken per Banküberweisung. Betroffen sind Bank (1020) und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, also Debitoren (1100). Beide sind Aktivkonten. Die Bank nimmt zu (Geld kommt), die Debitoren nehmen ab (die Forderung ist beglichen). Aktiven nehmen im Soll zu und im Haben ab.

Soll Haben Betrag (CHF)
1020 Bank (Aktiven) 1100 Debitoren (Aktiven) 1’500.00

Dieses Beispiel zeigt, dass ein Buchungssatz nicht immer Bilanz gegen Erfolgsrechnung bucht. Hier verschieben wir nur innerhalb der Aktiven. Genau solche Fälle solltest du bewusst mischen, damit du nicht in ein starres Denkmuster verfällst.

Ein drittes Beispiel bringt die Erfolgsrechnung ins Spiel: Dein Unternehmen zahlt die Monatsmiete für das Büro von 2’000 Franken per Bank. Betroffen sind der Raumaufwand (6000) und die Bank (1020). Der Raumaufwand ist ein Aufwandkonto und nimmt zu, weil Kosten entstehen, die Bank ist ein Aktivkonto und nimmt ab, weil Geld abfliesst. Aufwand nimmt im Soll zu, Aktiven nehmen im Haben ab. Der Buchungssatz lautet also: Raumaufwand an Bank 2’000. Sobald du Bilanzbuchungen und Erfolgsbuchungen locker abwechseln kannst, hast du die Grundlagen wirklich verstanden.

Wie buchst du ein Beispiel mit MWST 8,1 Prozent?

In der Schweiz kommt bei vielen Geschäftsfällen die Mehrwertsteuer dazu. Der Normalsatz liegt seit dem 1. Januar 2024 bei 8,1 Prozent. Bei einem Einkauf entsteht Vorsteuer, die du zurückfordern kannst, bei einem Verkauf schuldest du dem Staat die Umsatzsteuer. Diese MWST-Beträge landen auf eigenen Konten und machen den Buchungssatz dreizeilig.

Beispiel: Dein Unternehmen kauft Handelsware für 1’000 Franken netto zuzüglich 8,1 Prozent MWST und erhält eine Rechnung auf Kredit. Die MWST beträgt 81 Franken, der Bruttobetrag also 1’081 Franken. Betroffen sind Warenaufwand (4200), das Vorsteuerkonto (1170 Vorsteuer Material und Dienstleistungen) und die Kreditoren (2000). Der Warenaufwand und die Vorsteuer stehen im Soll, die Verbindlichkeit gegenüber dem Lieferanten im Haben.

Soll Haben Betrag (CHF)
4200 Warenaufwand 1’000.00
1170 Vorsteuer 81.00
2000 Kreditoren 1’081.00

Prüfe wieder die Summen: Soll ist 1’000 plus 81, also 1’081 Franken, Haben ebenfalls 1’081 Franken. Die Seiten stimmen. Beim Verkauf drehst du die Logik um: Der Debitor (brutto) steht im Soll, der Warenertrag (netto) und die geschuldete Umsatzsteuer (Konto 2200 Umsatzsteuer) stehen im Haben. So trennst du sauber zwischen dem Umsatz, der dir gehört, und der Steuer, die du weiterleitest.

Welche Fehler machen Einsteiger beim Buchen am häufigsten?

Wenn du weisst, wo die typischen Stolperfallen liegen, vermeidest du sie leichter. Diese Fehler tauchen im Unterricht und in Prüfungen immer wieder auf:

  • Soll und Haben vertauschen. Der häufigste Fehler entsteht, wenn man den Kontotyp falsch einordnet. Nimm dir Zeit für Schritt 2 der Methode.
  • Brutto und netto verwechseln. Bei MWST-Buchungen gehört der Bruttobetrag auf Debitor oder Kreditor, netto auf Aufwand oder Ertrag und die Steuer auf das MWST-Konto.
  • Bilanz und Erfolgsrechnung vermischen. Nicht jede Buchung berührt den Erfolg. Ein reiner Aktiventausch (Bank an Kasse) verändert den Gewinn nicht.
  • Zahlungsziel ignorieren. «Auf Kredit» bedeutet Debitor oder Kreditor, «bar» oder «per Bank» bedeutet Kasse oder Bank. Lies den Geschäftsfall genau.
  • Abgrenzungen vergessen. Am Jahresende gehören Vorauszahlungen und ausstehende Rechnungen in die richtige Periode. Mehr dazu erfährst du im Beitrag zu den Rechnungsabgrenzungsposten.
  • Forderungsverluste falsch behandeln. Wenn ein Kunde nicht zahlt, brauchst du eine korrekte Ausbuchung. Wie das geht, zeigt der Beitrag zu Forderungsverlusten und Rückstellungen.

Notiere dir deine eigenen Fehler in einem kleinen Heft. Nach ein paar Wochen erkennst du dein persönliches Muster und kannst gezielt daran arbeiten.

Wie übst du Buchungssätze systematisch?

Zufälliges Üben bringt wenig. Ein Plan sorgt dafür, dass du Fortschritte machst und motiviert bleibst. Bewährt hat sich folgender Ablauf, den du an dein Tempo anpassen kannst.

Beginne mit einfachen Geschäftsfällen aus der Bilanz, etwa Bareinlagen, Banküberweisungen und Käufen gegen bar. Sobald diese sitzen, nimmst du die Erfolgsrechnung dazu: Aufwände, Erträge, Löhne. Danach kommen die anspruchsvolleren Themen wie MWST, Abschreibungen und Abgrenzungen. Steigere die Schwierigkeit also in Etappen, statt gleich alles auf einmal zu versuchen.

Übe lieber täglich zwanzig Minuten als einmal pro Woche drei Stunden. Kurze, regelmässige Einheiten verankern das Wissen besser im Langzeitgedächtnis. Arbeite dabei aktiv: Decke die Lösung ab, bilde den Buchungssatz selbst und vergleiche erst danach. Nur so trainierst du das Herleiten und nicht das Auswendiglernen.

Nutze zusätzlich die Technik der verteilten Wiederholung. Geschäftsfälle, die du gestern falsch gebucht hast, wiederholst du heute erneut und dann nach ein paar Tagen ein weiteres Mal. So schliesst du deine Wissenslücken gezielt, statt immer wieder nur die Fälle zu üben, die du ohnehin schon kannst. Ein weiterer Trick: Formuliere zu jedem Geschäftsfall in einem Satz, warum du dich für Soll und Haben genau so entschieden hast. Diese kurze Begründung zwingt dich zum Nachdenken und deckt Denkfehler sofort auf.

Ein weiterer Tipp: Übe entlang des ganzen Buchungszyklus, vom ersten Beleg bis zum Abschluss. So verstehst du, wie einzelne Buchungssätze zusammenhängen. Der Beitrag Rechnungsabschluss und Buchungszyklus gibt dir dazu einen guten Fahrplan. Wenn du verstehst, warum Buchhaltung für ein Unternehmen so wichtig ist, übst du übrigens gleich viel motivierter, dazu lohnt sich der Beitrag zur Bedeutung der Buchhaltung.

Wie bereitest du dich mit BetterStudy gezielt vor?

Selbststudium ist gut, doch mit Struktur, Feedback und geführten Übungen kommst du schneller ans Ziel. BetterStudy ist eine Schweizer Online-Schule für Rechnungswesen und HR und bietet Kurse an, in denen du Buchungssätze nicht nur liest, sondern anhand vieler praxisnaher Beispiele mit dem KMU-Kontenrahmen selbst bildest. Du lernst die Soll/Haben-Logik, die MWST-Behandlung und den ganzen Buchungszyklus in einem klar aufgebauten Programm, das du in deinem Tempo durcharbeitest.

Wenn du dich ernsthaft auf eine Prüfung oder den Berufsalltag vorbereiten willst, findest du im Ausbildungs-Hub für Buchhaltung und Rechnungswesen einen Überblick über alle Kurse, Leitfäden und Lernmaterialien. So kombinierst du das eigenständige Üben von Buchungssätzen mit einer soliden Ausbildung, die dich Schritt für Schritt begleitet.

Häufige Fragen zu Buchungssätze üben

Was ist ein Buchungssatz einfach erklärt?

Ein Buchungssatz gibt an, welches Konto belastet (Soll) und welches Konto gutgeschrieben (Haben) wird und mit welchem Betrag. Er ist die kleinste Einheit der doppelten Buchhaltung und lautet zum Beispiel: Bank an Debitoren 1’500.

Wie erkenne ich, was ins Soll und was ins Haben kommt?

Bestimme zuerst den Kontotyp. Aktiven und Aufwand nehmen im Soll zu, Passiven und Ertrag im Haben. Wenn ein Konto abnimmt, buchst du es auf der jeweils anderen Seite.

Was bedeutet das Wörtchen «an» im Buchungssatz?

Das «an» trennt Soll von Haben. Was vor dem «an» steht, gehört ins Soll, was danach kommt, ins Haben. «Kasse an Warenertrag» bedeutet also Kasse im Soll und Warenertrag im Haben.

Wie viel MWST muss ich in der Schweiz einrechnen?

Der Normalsatz beträgt seit 2024 8,1 Prozent. Daneben gibt es einen reduzierten Satz und einen Sondersatz für Beherbergung. Bei Einkäufen buchst du Vorsteuer, bei Verkäufen die geschuldete Umsatzsteuer.

Wie viele Buchungssätze sollte ich üben?

Wichtiger als eine feste Zahl ist die Regelmässigkeit. Wer täglich zehn bis fünfzehn Buchungssätze bildet und die Schwierigkeit langsam steigert, macht innert weniger Wochen grosse Fortschritte.

Kann ein Buchungssatz mehr als zwei Konten haben?

Ja. Solche zusammengesetzten Buchungssätze entstehen zum Beispiel bei MWST, wenn Netto, Steuer und Bruttobetrag auf drei Konten verteilt werden. Wichtig ist nur, dass die Summe von Soll und Haben identisch bleibt.

Wo finde ich die richtigen Kontonummern?

In der Schweiz orientieren sich KMU meist am Kontenrahmen KMU. Dort sind die Konten nummeriert, zum Beispiel 1000 Kasse, 1020 Bank, 2000 Kreditoren. Halte den Kontenplan beim Üben immer griffbereit.

Was mache ich, wenn meine Bilanz nicht aufgeht?

Meist steckt ein fehlerhafter Buchungssatz dahinter, etwa vertauschte Seiten oder ein falscher Betrag. Kontrolliere jede Buchung darauf, ob Soll und Haben denselben Betrag zeigen.

Ist Auswendiglernen beim Buchen sinnvoll?

Nein. Ziel ist das Herleiten mit einer festen Methode. Wenn du die Soll/Haben-Regeln verstehst, kannst du auch unbekannte Geschäftsfälle lösen, statt nur bekannte Sätze abzurufen.

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