Wenn du deiner Kundschaft Produkte oder Leistungen auf Rechnung verkaufst, entstehen Debitoren. Sie zeigen, wie viel Geld dir noch geschuldet wird, und gehören zu den wichtigsten Positionen in deiner Bilanz. In diesem Leitfaden erfährst du, was Debitoren genau sind, auf welchem Konto du sie im Schweizer Kontenrahmen führst, wie du sie korrekt buchst und was du bei Zahlungsausfällen tust.
Was sind Debitoren? Einfach erklärt
Debitoren sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, also das Geld, das dir deine Kundschaft schuldet, weil sie auf Rechnung (auf Ziel) gekauft hat. Solange die Rechnung offen ist, gilt die Kundin oder der Kunde als Debitor. Erst mit der Zahlung verschwindet die Forderung aus deinen Büchern.
Der Begriff wird auf zwei Arten verwendet: Ein einzelner Debitor ist die schuldende Person oder Firma. Die Debitoren als Sammelbegriff bezeichnen die gesamte Forderungsposition in deiner Buchhaltung. Wenn du die Grundlagen dazu auffrischen möchtest, hilft dir unser Beitrag Was ist Buchhaltung? weiter.
Debitoren oder Kreditoren: Wo liegt der Unterschied?
Die beiden Begriffe werden oft verwechselt, sind aber genau das Gegenteil voneinander:
- Debitoren sind Forderungen: Deine Kundschaft schuldet dir Geld. Sie stehen im Umlaufvermögen, also auf der Aktivseite der Bilanz.
- Kreditoren sind Verbindlichkeiten: Du schuldest deinen Lieferanten Geld. Sie stehen im Fremdkapital, also auf der Passivseite.
Eine einfache Merkregel: Debitoren bringen dir künftig Geld, Kreditoren kosten dich künftig Geld.
Auf welchem Konto stehen die Debitoren?
Im KMU-Kontenrahmen führst du die Debitoren im Umlaufvermögen auf dem Konto 1100 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Debitoren). Für erwartete Verluste gibt es ein zugehöriges Wertberichtigungskonto:
| Konto |
Bezeichnung |
Funktion |
| 1100 |
Forderungen aus L+L (Debitoren) |
Aktivkonto, Umlaufvermögen |
| 1109 |
Delkredere |
Wertberichtigung (Minus zu 1100) |
| 2000 |
Verbindlichkeiten aus L+L (Kreditoren) |
Passivkonto, zum Vergleich |
Die Bewertung und Gliederung dieser Konten richtet sich nach den allgemeinen Rechnungslegungsgrundsätzen.
Wie buchst du Debitoren? Beispiel mit MWST
Debitoren entstehen, sobald du eine Rechnung stellst, nicht erst bei der Zahlung. Ein Beispiel: Du stellst einer Kundin eine Dienstleistung von 1’000.00 CHF netto in Rechnung. Bei einem MWST-Normalsatz von 8,1 % (gültig seit 2024) sieht die Buchung so aus:
| Soll / Haben |
Konto |
Betrag (CHF) |
| Soll |
1100 Debitoren |
1’081.00 |
| Haben |
3400 Dienstleistungsertrag |
1’000.00 |
| Haben |
2200 Geschuldete MWST (Umsatzsteuer) |
81.00 |
Bezahlt die Kundin die Rechnung später per Bank, löst sich die Forderung wieder auf:
| Soll / Haben |
Konto |
Betrag (CHF) |
| Soll |
1020 Bank |
1’081.00 |
| Haben |
1100 Debitoren |
1’081.00 |
Wie sich solche Buchungen in den gesamten Abschluss einfügen, zeigt dir der Leitfaden zum Rechnungsabschluss und Buchungszyklus.
Was sind Debitorenverluste und das Delkredere?
Nicht jede Rechnung wird bezahlt. Für dieses Risiko bildest du eine Wertberichtigung, das sogenannte Delkredere. Dabei unterscheidest du zwei Fälle:
- Mutmasslicher Verlust (Delkredere): Du berücksichtigst pauschal oder einzeln, dass ein Teil der Forderungen ausfallen könnte. Buchung: 3805 Verluste Forderungen an 1109 Delkredere.
- Definitiver Verlust: Steht fest, dass eine Kundin nicht zahlt, zum Beispiel bei einem Konkurs, buchst du die Forderung aus und korrigierst die MWST: 3805 Debitorenverluste und 2200 Geschuldete MWST an 1100 Debitoren.
Mehr zum Umgang mit Zahlungsausfällen liest du im Beitrag Verluste auf Kunden und Rückstellungen für Forderungsverluste.
Wie bewertest du Debitoren korrekt?
Nach dem Schweizer Obligationenrecht bewertest du Forderungen vorsichtig. Massgebend ist der Nennwert abzüglich der nötigen Wertberichtigungen für das Verlustrisiko (Delkredere). So stellst du sicher, dass deine Bilanz die Forderungen nicht zu hoch ausweist. Verwandte Abgrenzungsfragen behandelt der Beitrag Rechnungsabgrenzungsposten: transitorische Aktiven und Passiven.
Debitorenmanagement: So behältst du den Überblick
Ein sauberes Debitorenmanagement schützt deine Liquidität. Achte auf klare Zahlungsfristen, ein konsequentes Mahnwesen und eine regelmässige Kontrolle der offenen Posten. Je schneller deine Debitoren bezahlen, desto weniger Geld ist in Forderungen gebunden und desto flexibler bleibst du finanziell.
Debitoren und Buchhaltung von Grund auf verstehen
Debitoren, Delkredere und die richtige Verbuchung gehören zum Handwerk jeder Buchhalterin und jedes Buchhalters. Wenn du diese Themen systematisch und praxisnah lernen möchtest, findest du bei BetterStudy passende Weiterbildungen in Buchhaltung und Rechnungswesen, vom Einstieg bis zur Vorbereitung auf eidgenössische Abschlüsse.
Häufige Fragen zu Debitoren
Was sind Debitoren einfach erklärt?
Debitoren sind offene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: das Geld, das deine Kundschaft dir schuldet, weil sie auf Rechnung gekauft hat. Sie stehen im Umlaufvermögen deiner Bilanz.
Ist ein Debitor dasselbe wie ein Kunde?
Nicht ganz. Jeder Debitor ist eine Kundin oder ein Kunde, aber nur solange eine Rechnung offen ist. Nach der Zahlung besteht keine Forderung mehr, die Kundenbeziehung bleibt aber bestehen.
Auf welchem Konto werden Debitoren im Schweizer Kontenrahmen gebucht?
Im KMU-Kontenrahmen auf dem Konto 1100 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Debitoren). Die Wertberichtigung für Ausfälle läuft über das Konto 1109 Delkredere.
Was ist der Unterschied zwischen Debitoren und Kreditoren?
Debitoren sind Forderungen: Andere schulden dir Geld. Kreditoren sind Verbindlichkeiten: Du schuldest anderen Geld. Debitoren stehen bei den Aktiven, Kreditoren beim Fremdkapital.
Wie buchst du eine Kundenrechnung mit MWST?
Du buchst den Bruttobetrag im Soll auf 1100 Debitoren, den Nettobetrag im Haben auf das Ertragskonto und die MWST im Haben auf 2200 Geschuldete MWST. Bei 1’000.00 CHF netto und 8,1 % sind das 1’081.00 CHF auf die Debitoren.
Was bedeutet Delkredere?
Das Delkredere ist eine Wertberichtigung auf den Debitoren. Damit berücksichtigst du im Voraus, dass ein Teil der Forderungen wahrscheinlich nicht bezahlt wird, und weist deine Bilanz dadurch vorsichtig aus.
Wie buchst du einen definitiven Debitorenverlust?
Steht der Ausfall fest, buchst du 3805 Debitorenverluste und die MWST-Korrektur auf 2200 Geschuldete MWST im Soll, gegen 1100 Debitoren im Haben. So verschwindet die uneinbringliche Forderung aus deinen Büchern.
Sind Debitoren Umlauf- oder Anlagevermögen?
Debitoren gehören zum Umlaufvermögen, weil sie in der Regel innerhalb eines Jahres zu Geld werden.