{"id":63509,"date":"2026-08-03T18:55:34","date_gmt":"2026-08-03T16:55:34","guid":{"rendered":"https:\/\/betterstudy.ch\/?p=63509"},"modified":"2026-08-03T18:55:34","modified_gmt":"2026-08-03T16:55:34","slug":"privatkonto-in-der-buchhaltung-privatbezuge-privateinlagen-richtig-buchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/betterstudy.ch\/de\/ausbildung-in-buchhaltung-und-rechnungswesen\/umfassender-leitfaden-buchhaltung\/privatkonto-in-der-buchhaltung-privatbezuge-privateinlagen-richtig-buchen\/","title":{"rendered":"Privatkonto in der Buchhaltung: Privatbez\u00fcge &#038; Privateinlagen richtig buchen"},"content":{"rendered":"<p>Wenn du ein Einzelunternehmen oder eine Personengesellschaft f\u00fchrst, taucht in deiner Buchhaltung fr\u00fcher oder sp\u00e4ter ein besonderes Konto auf: das Privatkonto. Es begleitet dich das ganze Jahr, sammelt alles, was zwischen dir als Inhaber und deiner Firma privat hin- und herfliesst, und wird am Jahresende sauber mit dem Eigenkapital verrechnet. In diesem Beitrag zeigen wir dir konkret, was ein Privatkonto ist, wie du Privatbez\u00fcge, Privateinlagen, Naturalbez\u00fcge, Eigenverbrauch und den Privatanteil am Gesch\u00e4ftsauto verbuchst und worin der grosse Unterschied zur AG oder GmbH liegt.<\/p>\n<h2>Was ist ein Privatkonto in der Schweizer Buchhaltung?<\/h2>\n<p>Das Privatkonto ist ein Eigenkapitalkonto. Es existiert nur bei Rechtsformen, bei denen Inhaber und Unternehmen rechtlich dieselbe Person sind: dem Einzelunternehmen und den Personengesellschaften (Kollektiv- und Kommanditgesellschaft). In diesen F\u00e4llen gibt es keine klare rechtliche Trennung zwischen dem Gesch\u00e4ftsverm\u00f6gen und dem Privatverm\u00f6gen des Inhabers. Genau diese Vermischung bildet das Privatkonto sauber ab.<\/p>\n<p>\u00dcber das Privatkonto l\u00e4uft alles, was der Inhaber der Firma entnimmt oder in die Firma einlegt, ohne dass ein echtes Gesch\u00e4ft mit einem Dritten dahintersteht. Ziehst du f\u00fcr private Zwecke Geld aus der Kasse, ist das ein Privatbezug. Schiesst du privates Geld ein, um eine Rechnung zu decken, ist das eine Privateinlage. Das Privatkonto ist damit ein Sammel- und Verrechnungskonto, das w\u00e4hrend des Jahres w\u00e4chst und schrumpft und am Ende gegen das Kapitalkonto abgeschlossen wird.<\/p>\n<p>Im schweizerischen KMU-Kontenrahmen findest du das Privatkonto typischerweise als Konto 2850 im Eigenkapital. Es ist also kein Aufwands- oder Ertragskonto und beeinflusst deinen Gesch\u00e4ftserfolg nicht direkt. Wer die Systematik dahinter verstehen will, findet in unserem Beitrag <a href=\"https:\/\/betterstudy.ch\/de\/ausbildung-in-buchhaltung-und-rechnungswesen\/umfassender-leitfaden-buchhaltung\/was-ist-buchhaltung-2\/\">Was ist Buchhaltung?<\/a> die passende Grundlage.<\/p>\n<h2>Warum brauchen nur Einzelunternehmen und Personengesellschaften ein Privatkonto?<\/h2>\n<p>Der Grund liegt in der Rechtsform. Beim Einzelunternehmen bist du und dein Betrieb aus rechtlicher Sicht eine Einheit. Es gibt keinen Arbeitsvertrag mit dir selbst und keinen Lohn im arbeitsrechtlichen Sinn. Was du zum Leben brauchst, entnimmst du direkt aus dem Unternehmen. Damit diese Entnahmen nicht als Aufwand den Gewinn schm\u00e4lern, wandern sie nicht in die Erfolgsrechnung, sondern \u00fcber das Privatkonto ins Eigenkapital.<\/p>\n<p>Bei einer AG oder GmbH ist das anders. Dort ist die Gesellschaft eine eigene juristische Person. Der Inhaber, der mitarbeitet, ist Angestellter seiner eigenen Firma und bezieht einen ordentlichen Lohn. Dieser Lohn ist Personalaufwand und wird ganz normal \u00fcber die Erfolgsrechnung verbucht. Ein Privatkonto im hier beschriebenen Sinn braucht es dort nicht. Auf diesen Unterschied gehen wir weiter unten noch genauer ein.<\/p>\n<p>Diese Logik ist eng mit den allgemeinen Regeln der Rechnungslegung verkn\u00fcpft. Wenn du dich in die dahinterliegenden Prinzipien einlesen willst, lohnt sich unser Artikel zu den <a href=\"https:\/\/betterstudy.ch\/de\/ausbildung-in-buchhaltung-und-rechnungswesen\/umfassender-leitfaden-buchhaltung\/buchhaltungsgrundsatze-allgemeine-rechnungslegungsgrundsatze\/\">Buchhaltungsgrunds\u00e4tzen<\/a>.<\/p>\n<h2>Wie buchst du einen Privatbezug?<\/h2>\n<p>Ein Privatbezug entsteht, wenn du dem Unternehmen f\u00fcr private Zwecke Mittel entnimmst. Der Klassiker ist die Barentnahme aus der Kasse oder eine \u00dcberweisung vom Gesch\u00e4ftskonto auf dein privates Konto. Buchhalterisch belastest du das Privatkonto und entlastest das Geldkonto.<\/p>\n<p>Beispiel: Du entnimmst 3&#8217;000 Franken aus dem Gesch\u00e4ftskonto f\u00fcr deine privaten Lebenshaltungskosten.<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Gesch\u00e4ftsvorfall<\/th>\n<th>Soll<\/th>\n<th>Haben<\/th>\n<th>Betrag<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Barentnahme f\u00fcr privaten Bedarf<\/td>\n<td>2850 Privatkonto<\/td>\n<td>1020 Bank<\/td>\n<td>3&#8217;000<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Das Privatkonto wird im Soll belastet. Da es ein Eigenkapitalkonto ist und Eigenkapital im Haben gef\u00fchrt wird, reduziert diese Sollbuchung faktisch dein Eigenkapital. Genau das ist gewollt: Du hast dem Unternehmen Mittel entzogen, also sinkt dein Anteil am Betrieb. Wichtig ist, dass ein Privatbezug niemals Aufwand ist. Er hat mit dem betrieblichen Erfolg nichts zu tun und darf den Gewinn nicht ver\u00e4ndern.<\/p>\n<h2>Wie buchst du eine Privateinlage?<\/h2>\n<p>Die Privateinlage ist das Gegenst\u00fcck zum Privatbezug. Du bringst privates Geld oder private Verm\u00f6genswerte ins Unternehmen ein, zum Beispiel um einen Liquidit\u00e4tsengpass zu \u00fcberbr\u00fccken oder eine gr\u00f6ssere Anschaffung zu finanzieren. Buchhalterisch belastest du das Geldkonto und entlastest das Privatkonto.<\/p>\n<p>Beispiel: Du legst 5&#8217;000 Franken aus deinem privaten Ersparten in die Firmenkasse ein.<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Gesch\u00e4ftsvorfall<\/th>\n<th>Soll<\/th>\n<th>Haben<\/th>\n<th>Betrag<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Privateinlage in die Kasse<\/td>\n<td>1000 Kasse<\/td>\n<td>2850 Privatkonto<\/td>\n<td>5&#8217;000<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Hier steht das Privatkonto im Haben und erh\u00f6ht damit das Eigenkapital. Das ergibt Sinn, denn du hast dem Unternehmen zus\u00e4tzliche Mittel zur Verf\u00fcgung gestellt und dein Anteil am Betrieb steigt. \u00dcber das Jahr sammeln sich auf dem Privatkonto also sowohl Sollbuchungen (Bez\u00fcge) als auch Habenbuchungen (Einlagen). Der Saldo zeigt am Ende, ob du unter dem Strich mehr entnommen oder mehr eingelegt hast.<\/p>\n<h2>Wie werden Naturalbez\u00fcge und Eigenverbrauch verbucht?<\/h2>\n<p>Nicht jeder Privatbezug ist ein Geldbezug. Entnimmst du Waren oder Dienstleistungen aus deinem Betrieb f\u00fcr den privaten Gebrauch, spricht man von Naturalbezug oder Eigenverbrauch. Ein B\u00e4cker, der Brot f\u00fcr die eigene Familie mitnimmt, oder eine Malerin, die ihre private Wohnung mit Gesch\u00e4ftsmaterial streicht, sind typische F\u00e4lle. Auch diese Entnahmen geh\u00f6ren auf das Privatkonto, damit der Aufwand der Firma korrekt korrigiert wird.<\/p>\n<p>Buchhalterisch belastest du das Privatkonto und entlastest je nach Art den Warenaufwand, den Materialaufwand oder einen entsprechenden Ertrag. Der Wert bemisst sich in der Regel am Verkaufswert oder an branchen\u00fcblichen Pauschalen der Steuerverwaltung.<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Gesch\u00e4ftsvorfall<\/th>\n<th>Soll<\/th>\n<th>Haben<\/th>\n<th>Betrag<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Warenentnahme f\u00fcr den privaten Gebrauch<\/td>\n<td>2850 Privatkonto<\/td>\n<td>4200 Warenaufwand<\/td>\n<td>800<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Beim Eigenverbrauch kommt in der Schweiz die Mehrwertsteuer ins Spiel. Bist du MWST-pflichtig und hast auf den bezogenen Waren beim Einkauf den Vorsteuerabzug geltend gemacht, musst du auf dem Eigenverbrauch die MWST abrechnen. Der Eigenverbrauch stellt sicher, dass private Nutzung nicht unversteuert bleibt. Die geschuldete MWST buchst du zus\u00e4tzlich \u00fcber das Privatkonto gegen die Umsatzsteuerschuld. So bleibt die Abgrenzung zwischen Gesch\u00e4ft und Privat auch steuerlich sauber.<\/p>\n<h2>Wie buchst du den Privatanteil am Gesch\u00e4ftsauto?<\/h2>\n<p>Ein Sonderfall, der viele KMU besch\u00e4ftigt, ist der Privatanteil am Gesch\u00e4ftsfahrzeug. Nutzt du ein Auto, das in der Firmenbuchhaltung steht, auch privat, darf dieser private Nutzungsanteil den Gesch\u00e4ftsaufwand nicht schm\u00e4lern. Die Steuerpraxis kennt daf\u00fcr eine Pauschale, die pro Monat einen bestimmten Prozentsatz des Kaufpreises als Privatanteil ansetzt. Dieser Betrag wird dem Privatkonto belastet und korrigiert damit den zu hoch verbuchten Fahrzeugaufwand.<\/p>\n<p>Beispiel: Der j\u00e4hrliche Privatanteil am Gesch\u00e4ftsauto betr\u00e4gt pauschal 4&#8217;800 Franken.<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Gesch\u00e4ftsvorfall<\/th>\n<th>Soll<\/th>\n<th>Haben<\/th>\n<th>Betrag<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Privatanteil Fahrzeugkosten<\/td>\n<td>2850 Privatkonto<\/td>\n<td>6200 Fahrzeugaufwand<\/td>\n<td>4&#8217;800<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Auch beim Privatanteil Auto ist bei MWST-Pflicht der Eigenverbrauch zu ber\u00fccksichtigen, denn du hast beim Fahrzeug und beim Unterhalt Vorsteuern abgezogen. Der private Nutzungsanteil unterliegt daher der MWST. Dieselbe Logik gilt sinngem\u00e4ss f\u00fcr andere gemischt genutzte Positionen, etwa wenn ein Teil der Wohnkosten gesch\u00e4ftlich und ein Teil privat ist.<\/p>\n<h2>Warum bezieht der Inhaber Lohn statt Privatbezug bei AG und GmbH?<\/h2>\n<p>Hier liegt der zentrale Unterschied zwischen den Rechtsformen. Beim Einzelunternehmen gibt es keinen Inhaberlohn im buchhalterischen Sinn. Was du zum Leben brauchst, entnimmst du als Privatbezug \u00fcber das Privatkonto. Dein Einkommen ergibt sich am Ende aus dem Gesch\u00e4ftsgewinn, nicht aus einem Lohn. Sozialversicherungsrechtlich giltst du als Selbstst\u00e4ndigerwerbender und zahlst deine AHV-Beitr\u00e4ge auf dem Reingewinn deines Betriebs.<\/p>\n<p>Bei einer AG oder GmbH bist du hingegen Angestellter deiner eigenen Gesellschaft. Du beziehst einen ordentlichen Lohn, der als Personalaufwand \u00fcber die Erfolgsrechnung l\u00e4uft und den Gewinn der Gesellschaft reduziert. Auf diesem Lohn werden AHV, ALV und die \u00fcbrigen Sozialabgaben wie bei jedem Angestellten abgerechnet. Ein Privatkonto zur Verbuchung von Lebenshaltungskosten braucht es nicht, denn dein privater Bedarf ist \u00fcber den Lohn abgedeckt. Entnimmst du dar\u00fcber hinaus Mittel, ohne dass ein Rechtsgrund besteht, entstehen schnell heikle Themen wie verdeckte Gewinnaussch\u00fcttungen.<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Merkmal<\/th>\n<th>Einzelunternehmen \/ Personengesellschaft<\/th>\n<th>AG \/ GmbH<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Privatkonto vorhanden<\/td>\n<td>Ja (Konto 2850)<\/td>\n<td>Nein<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Entnahme des Inhabers<\/td>\n<td>Privatbezug \u00fcber Privatkonto<\/td>\n<td>Lohn \u00fcber Personalaufwand<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wirkung auf den Gewinn<\/td>\n<td>Keine (Eigenkapitalbewegung)<\/td>\n<td>Lohn mindert den Gewinn<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>AHV-Status des Inhabers<\/td>\n<td>Selbstst\u00e4ndigerwerbend<\/td>\n<td>Unselbstst\u00e4ndig (Angestellter)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Sozialabgaben-Basis<\/td>\n<td>Reingewinn des Betriebs<\/td>\n<td>Bruttolohn<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Wie wird das Privatkonto am Jahresende abgeschlossen?<\/h2>\n<p>Das Privatkonto ist ein Unterkonto des Eigenkapitals und wird am Ende des Gesch\u00e4ftsjahres nicht in die Bilanz \u00fcbernommen, sondern \u00fcber das Kapitalkonto abgeschlossen. Man saldiert also das Privatkonto und \u00fcbertr\u00e4gt seinen Saldo auf das Konto 2800 Eigenkapital. Damit fliesst die gesamte Jahresbewegung aus Bez\u00fcgen und Einlagen ins Kapital ein.<\/p>\n<p>Weist das Privatkonto einen Soll\u00fcberhang aus, hast du also mehr entnommen als eingelegt, mindert dieser Betrag dein Eigenkapital. \u00dcberwiegen die Einlagen, erh\u00f6ht sich dein Kapital. Der Abschluss l\u00e4uft im Rahmen der \u00fcblichen Abschlussbuchungen mit:<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Gesch\u00e4ftsvorfall<\/th>\n<th>Soll<\/th>\n<th>Haben<\/th>\n<th>Betrag<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Abschluss Privatkonto mit Soll\u00fcberhang<\/td>\n<td>2800 Eigenkapital<\/td>\n<td>2850 Privatkonto<\/td>\n<td>Saldo<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Abschluss Privatkonto mit Haben\u00fcberhang<\/td>\n<td>2850 Privatkonto<\/td>\n<td>2800 Eigenkapital<\/td>\n<td>Saldo<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Zu Beginn des neuen Gesch\u00e4ftsjahres startet das Privatkonto wieder bei null und sammelt die neuen Bewegungen. Dieser Ablauf ist Teil des ordentlichen Jahresabschlusses. Wie der gesamte Zyklus vom laufenden Buchen bis zum Abschluss aussieht, erkl\u00e4ren wir dir Schritt f\u00fcr Schritt im Beitrag <a href=\"https:\/\/betterstudy.ch\/de\/ausbildung-in-buchhaltung-und-rechnungswesen\/umfassender-leitfaden-buchhaltung\/rechnungsabschluss-und-buchungszyklus-der-leitfaden\/\">Rechnungsabschluss und Buchungszyklus<\/a>.<\/p>\n<h2>Welche typischen Fehler solltest du beim Privatkonto vermeiden?<\/h2>\n<p>Der h\u00e4ufigste Fehler ist, Privatbez\u00fcge als Aufwand zu verbuchen. Das verf\u00e4lscht den Gewinn und damit auch die Steuer- und AHV-Basis. Merke dir: Ein Privatbezug ist immer eine Eigenkapitalbewegung, nie Aufwand. Ein zweiter Klassiker ist das Vergessen von Naturalbez\u00fcgen und Eigenverbrauch. Die Steuerverwaltung erwartet hier realistische Ans\u00e4tze, und branchen\u00fcbliche Pauschalen sind dokumentiert. Wer sie ignoriert, riskiert Aufrechnungen.<\/p>\n<p>Ebenfalls oft untersch\u00e4tzt wird die MWST beim Eigenverbrauch. Sobald du vorsteuerabzugsberechtigt bist und Waren oder Leistungen privat nutzt, geh\u00f6rt der Eigenverbrauch abgerechnet. Ein weiterer Fehler ist das Vermischen von privaten und gesch\u00e4ftlichen Zahlungen ohne Verbuchung: Wer die private Kreditkarte f\u00fcrs Gesch\u00e4ft nutzt oder umgekehrt, muss jede dieser Bewegungen konsequent \u00fcber das Privatkonto f\u00fchren. Und schliesslich lohnt sich Ordnung: Belege f\u00fcr jede Entnahme und Einlage, damit du am Jahresende jeden Franken auf dem Privatkonto erkl\u00e4ren kannst. Ein sauber gef\u00fchrtes Privatkonto ist am Ende nicht nur eine Pflicht\u00fcbung, sondern auch dein bester Nachweis gegen\u00fcber der Steuerverwaltung und der AHV-Ausgleichskasse, dass Gesch\u00e4ft und Privat klar getrennt sind. Warum eine saubere Buchhaltung weit \u00fcber die Pflichterf\u00fcllung hinaus n\u00fctzlich ist, zeigt unser Beitrag zur <a href=\"https:\/\/betterstudy.ch\/de\/ausbildung-in-buchhaltung-und-rechnungswesen\/umfassender-leitfaden-buchhaltung\/die-bedeutung-der-buchhaltung-fur-ein-unternehmen\/\">Bedeutung der Buchhaltung<\/a>.<\/p>\n<h2>H\u00e4ufige Fragen zum Privatkonto<\/h2>\n<h3>Was ist ein Privatkonto einfach erkl\u00e4rt?<\/h3>\n<p>Ein Privatkonto ist ein Eigenkapitalkonto im Einzelunternehmen und in Personengesellschaften. Dar\u00fcber laufen alle privaten Bez\u00fcge und Einlagen des Inhabers, die nichts mit dem eigentlichen Gesch\u00e4ftsbetrieb zu tun haben. Am Jahresende wird es \u00fcber das Kapitalkonto abgeschlossen.<\/p>\n<h3>Welche Kontonummer hat das Privatkonto im KMU-Kontenrahmen?<\/h3>\n<p>Im schweizerischen KMU-Kontenrahmen wird das Privatkonto \u00fcblicherweise unter der Nummer 2850 im Eigenkapital gef\u00fchrt. Das Kapitalkonto selbst tr\u00e4gt meist die Nummer 2800.<\/p>\n<h3>Ist ein Privatbezug Aufwand?<\/h3>\n<p>Nein. Ein Privatbezug ist niemals Aufwand, sondern eine Bewegung im Eigenkapital. Er darf den Gesch\u00e4ftserfolg nicht mindern. Du buchst ihn im Soll des Privatkontos gegen das entsprechende Geld- oder Aufwandkonto.<\/p>\n<h3>Wie buche ich eine Privateinlage?<\/h3>\n<p>Bei einer Privateinlage belastest du das Geldkonto (zum Beispiel Kasse oder Bank) und schreibst den Betrag dem Privatkonto im Haben gut. Dadurch erh\u00f6ht sich dein Eigenkapital, weil du dem Unternehmen private Mittel zur Verf\u00fcgung stellst.<\/p>\n<h3>Was ist der Unterschied zwischen Privatkonto und Kapitalkonto?<\/h3>\n<p>Das Kapitalkonto zeigt dein dauerhaftes Eigenkapital am Betrieb. Das Privatkonto ist ein unterj\u00e4hriges Verrechnungskonto f\u00fcr Bez\u00fcge und Einlagen. Am Jahresende wird der Saldo des Privatkontos auf das Kapitalkonto \u00fcbertragen, danach startet das Privatkonto wieder bei null.<\/p>\n<h3>Muss ich Naturalbez\u00fcge und Eigenverbrauch versteuern?<\/h3>\n<p>Ja. Naturalbez\u00fcge und Eigenverbrauch gelten als private Nutzung von Gesch\u00e4ftsmitteln und m\u00fcssen buchhalterisch \u00fcber das Privatkonto erfasst werden. Bei MWST-Pflicht mit Vorsteuerabzug ist zus\u00e4tzlich die MWST auf dem Eigenverbrauch abzurechnen.<\/p>\n<h3>Wie hoch ist der Privatanteil am Gesch\u00e4ftsauto?<\/h3>\n<p>In der Steuerpraxis wird der Privatanteil am Gesch\u00e4ftsfahrzeug pauschal pro Monat als Prozentsatz des Kaufpreises angesetzt und \u00fcbers Jahr dem Privatkonto belastet. Massgebend sind die aktuellen Vorgaben der Steuerverwaltung. Bei MWST-Pflicht kommt der Eigenverbrauch hinzu.<\/p>\n<h3>Bezieht der Inhaber eines Einzelunternehmens Lohn?<\/h3>\n<p>Nein. Der Inhaber eines Einzelunternehmens bezieht keinen Lohn im arbeitsrechtlichen Sinn, sondern entnimmt Mittel als Privatbezug. Sein Einkommen ergibt sich aus dem Gesch\u00e4ftsgewinn, auf dem er als Selbstst\u00e4ndigerwerbender die AHV-Beitr\u00e4ge zahlt.<\/p>\n<h3>Warum hat eine GmbH oder AG kein Privatkonto?<\/h3>\n<p>Weil die AG und die GmbH eigene juristische Personen sind. Der mitarbeitende Inhaber ist Angestellter und bezieht einen ordentlichen Lohn, der als Personalaufwand verbucht wird. Ein Privatkonto zur Erfassung privater Entnahmen braucht es deshalb nicht.<\/p>\n<h3>Wie schliesse ich das Privatkonto am Jahresende ab?<\/h3>\n<p>Du saldierst das Privatkonto und \u00fcbertr\u00e4gst den Saldo auf das Kapitalkonto 2800. Ein Soll\u00fcberhang mindert dein Eigenkapital, ein Haben\u00fcberhang erh\u00f6ht es. Danach ist das Privatkonto ausgeglichen und startet im neuen Jahr wieder bei null.<\/p>\n<h2>Privatkonto sicher beherrschen mit BetterStudy<\/h2>\n<p>Das Privatkonto ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr, wie eng Buchhaltung, Steuern und Sozialversicherungen in der Schweiz zusammenh\u00e4ngen. Wer die Systematik einmal verstanden hat, bucht Privatbez\u00fcge, Einlagen und Eigenverbrauch mit Sicherheit und vermeidet teure Fehler. Bei BetterStudy lernst du genau das praxisnah: Wir sind eine Schweizer Online-Schule f\u00fcr Rechnungswesen und Personalwesen und bereiten dich mit strukturierten Kursen, \u00dcbungen und Betreuung auf den Berufsalltag und auf anerkannte Abschl\u00fcsse vor. Du lernst orts- und zeitunabh\u00e4ngig in deinem Tempo.<\/p>\n<p>Wenn du das Rechnungswesen von Grund auf sauber aufbauen willst, findest du im <a href=\"https:\/\/betterstudy.ch\/de\/ausbildung-in-buchhaltung-und-rechnungswesen\/\">Ausbildungs-Hub f\u00fcr Buchhaltung und Rechnungswesen<\/a> von BetterStudy alle Themen an einem Ort. Schau rein und mach den n\u00e4chsten Schritt zu einer soliden Buchhaltungskompetenz.<\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"https:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"FAQPage\",\n  \"mainEntity\": [\n    {\n      \"@type\": \"Question\",\n      \"name\": \"Was ist ein Privatkonto einfach erkl\u00e4rt?\",\n      \"acceptedAnswer\": {\n        \"@type\": \"Answer\",\n        \"text\": \"Ein Privatkonto ist ein Eigenkapitalkonto im Einzelunternehmen und in Personengesellschaften. Dar\u00fcber laufen alle privaten Bez\u00fcge und Einlagen des Inhabers, die nichts mit dem eigentlichen Gesch\u00e4ftsbetrieb zu tun haben. Am Jahresende wird es \u00fcber das Kapitalkonto abgeschlossen.\"\n      }\n    },\n    {\n      \"@type\": \"Question\",\n      \"name\": \"Welche Kontonummer hat das Privatkonto im KMU-Kontenrahmen?\",\n      \"acceptedAnswer\": {\n        \"@type\": \"Answer\",\n        \"text\": \"Im schweizerischen KMU-Kontenrahmen wird das Privatkonto \u00fcblicherweise unter der Nummer 2850 im Eigenkapital gef\u00fchrt. Das Kapitalkonto selbst tr\u00e4gt meist die Nummer 2800.\"\n      }\n    },\n    {\n      \"@type\": \"Question\",\n      \"name\": \"Ist ein Privatbezug Aufwand?\",\n      \"acceptedAnswer\": {\n        \"@type\": \"Answer\",\n        \"text\": \"Nein. Ein Privatbezug ist niemals Aufwand, sondern eine Bewegung im Eigenkapital. Er darf den Gesch\u00e4ftserfolg nicht mindern. 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Am Jahresende wird der Saldo des Privatkontos auf das Kapitalkonto \u00fcbertragen, danach startet das Privatkonto wieder bei null.\"\n      }\n    },\n    {\n      \"@type\": \"Question\",\n      \"name\": \"Muss ich Naturalbez\u00fcge und Eigenverbrauch versteuern?\",\n      \"acceptedAnswer\": {\n        \"@type\": \"Answer\",\n        \"text\": \"Ja. Naturalbez\u00fcge und Eigenverbrauch gelten als private Nutzung von Gesch\u00e4ftsmitteln und m\u00fcssen buchhalterisch \u00fcber das Privatkonto erfasst werden. 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